| ?Kulturkrise! Hat die Wirtschaftskrise Auswirkungen auf den Kunst- und Kultursektor? |
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Wie wir uns schon dachten hat der Zustand der Wirtschaft sehr wohl Auswirkungen auf die Kunst- und Kulturbranche. Wie kann es auch anders sein? -Denn Kultur wird natürlich nicht ausschließlich vom Staat finanziert, sondern zu einem erheblichen Teil durch Private (Vermögende/Banken/private Unternehmen) subventioniert. Viele Banken und Unternehmen ziehen dieser Tage ihre Förderprogramme für Kunst und Kultur zurück. Ein Beispiel hierfür zeigt etwa die Deutsche Bank, die früher den dt. Pavillon bei der Biennale in Venedig zu einem großen Teil sponserte. Ähnlich agierte die Post AG, die sich beim OK in Linz (Zentrum für Gegenwartskunst) ür das anstehenden Großprojekt „Höhenrausch“ als einer der Hauptsponsoren zurückgezogen hat. Angesichts er finanziellen Lage (Kurzarbeit, Personalabbau tc.) kann man den Schritt nachvollziehen. Ein Grund dafür ist eventuell die Meinung, dass Kunst und Kultur als Luxus angesehen werden. Wenn es einem Unternehmen bzw. einem Kreditinstitut wirtschaftlich derart schlecht geht wie in den Medien rauf und runter zitiert, wird sich ein marginaler Teil der Bevölkerung wundern, warum man einerseits Personal abbaut und auf der anderen Seite des Budgetlochs Geldmittel in Kunst und Kultur steckt- die ja nicht überlebensnotwendig sind. Kunst- und Kultureinrichtungen oder derartige Veranstaltungen werden in der Freizeit besucht. Um dies zu ermöglichen brauchen diese „Kunden“ Zeit und Geld- beides meist Mangelware in hybrider Weise: Ist man arbeitslos hat man zwar genug Zeit, jedoch mit Bestimmtheit nicht genug Geld. Hat man seinen Job noch, muss man mehr und mehr arbeiten, um nicht wegrationalisiert zu werden (=zu wenig Zeit). Natürlich funktionieren Institutionen der Kunst und Kultur auch auf Grund der „korrekten“ Besucherzahlen und die dadurch resultierenden Einnahmen. Wie in den meisten Krisen kann sich aber auch durchaus Positives entwickeln. Neue (künstlerische) Ausdrucksformen finden den Weg in die beobachtete Öffentlichkeit. Kultur wird „von den Menschen für die Menschen“ gemacht, andere, neue Werte kristallisieren sich heraus. Von der einstigen Kapitalgier besinnt man sich auf das ungeheure kulturelle Potenzial der Gesellschaft. Der Kapitalismus hat auch vor der Kunst und der Kultur keinen Halt gemacht, deswegen müssen hier gewisse Sektoren wegen dieser Wirtschaftskrise leiden. Die kapitalunabhängige Kultur der Menschen wird sich weiterhin entwickeln, neue Ausdrucksformen und frische von Manuela Gruber |